Linkschleuderei vom … huh? … 24. Dezember 2022

Don’t try to explain yourself to people. If they don’t get you, they don’t get you. Get it simple.

Scott


Boar, geht das wieder los …

Okay. Müllige Selbstreferenzgrütze. Anlassbedingt. Erklär‘ ich mich halt wieder: Die überwiegende Mehrheit der Menschen, die Freude an der Sprache haben, setzen diese Freude konstruktiv ein. Bau auf, bau auf, träller. Bei mir ist das anders. Kann ich nicht. Ich habe zwar Freude, große sogar, aber ich kann kein konstruktiv. Nur destruktiv. Das deckt sich insofern mit den meisten destruktiven Dingen, die ich manchmal tagsüber und oft nachts tue, vorwiegend an mir selbst. Ich bin damit Teil einer winzigen, sich selbst mutwillig abtackelnden Minderheit, die Sie gar nicht verstehen müssen, weiß das alles, was Sie drängt, mir im Rahmen wertvoller Hinweise zur Optimierung des Daseins mitteilen zu wollen – und kann trotzdem nicht anders. Ich brauche keine Hilfe, keine Stützung, definitiv kein Mitleid und auf keinen Fall superkluge Ratschläge, um doch noch ein flutschig konstruktives Mitglied dieser bescheuert grinsenden Gesellschaft zu werden, sondern nur noch Ruhe. Abstand. Einöde. Zirp Zirp. Lesen Sie also einfach hier nicht, wenn Sie damit nicht umgehen können. Lesen Sie einfach anderswo, an einer Stelle, an der Sie sich wohlfühlen, an der Sie nicht heulen, sich nicht empören müssen, die Sie nicht so triggert, Blümchenblogs, Gartenfreaks, Schminktutorials, Basteltypen, Wandervögel, Ruinenfreunde, Urban Knitting-Stricktanten, Wolkenfotografierer, alles deutlich besser fürs Gemüt und Ihr Herz – ich mein’s nur gut (ausnahmsweise konstruktiv um Ihr Wohl besorgt).

(sorry, Scott, I’m working on it ..)

Was noch? Einiges. Hust Hust. It’s the Return of the Immunsystem. Angesichts der aktuell superspreadenden Masseninfektionswelle mit RSV, Grippe und tatsächlich immer noch Coronner lamentieren die Leute jetzt in ewigen Wiederholungen über fehlende Antikörper, malträtierte Abwehrkräfte und versäumtes Virentraining. Lustigerweise sind es oft die maskenfreudigen Vierergeboosterten und darunter auch welche, deren Arbeit ich jetzt zwischen den Jahren machen werden muss, weil sie jammernd im Bett liegen und die Ungerechtigkeit der Welt anklagen. Was? Nein. Ich kommentier’s nicht. Auch wenn mir viel einfallen würde. Sarkasmus. Gleichnisse. Karma. Häme in schwachen Stunden. Aber nein. Kein Ton mehr von mir. Auch nicht, wenn sie fast schon trotzig tönen, dass sie Glück hatten, weil sie ohne Booster ja jetzt tot wären statt nur fiebrig erkältet zu sein. Nix. Ich lächle nur milde. Lasse sie ihre eigene Legende stricken, mit der sie das Gesicht wahren wollen und das ist okay. Es ist vorbei und Nachtreten ist dann doch billig. Menschen halt. Die sind so. Heute Mööp. Morgen Trööt. Hauptsache die Erzählung passt.

Die Links. Read this:

n-tv: Zur Wiederholung der Pannenwahl – Europarat schickt Wahlbeobachter nach Berlin

Der Verkehrsunfall unter den europäischen Hauptstädten muss jetzt beobachtet werden, damit er nicht schon wieder Scheiße baut.

Overton Magazin: Nur durch Glück kein Blutbad

Es ist in Berlin häufiger entweder dem Zufall oder engagierten ausgelutschten Rettern zu verdanken, dass hier nicht noch mehr passiert. Es ist den Tafeln zu verdanken, dass das hier versammelte Elend nicht deutlicher sichtbar wird. Es ist auch Brandenburg zu verdanken, dass Sie dort gegen eine erhöhte Verwaltungsgebühr in Amtshilfe einen Ausweis beantragen können, weil das in Berlin seit über zehn Jahren innerhalb der nächsten drei, vier, manchmal fünf Monate nicht geht. Es ist Eltern zu verdanken, die marode Schulen und Kitas mit Engagement auffangen. Und dem Gleichmut aller Bewohner, dass sich hier nicht öfter alle gegenseitig auf die Fresse hauen oder mit Mistgabeln die 12 überflüssigen Bezirksrathäuser stürmen und die blasierten Bezirksbürokratiebüttel in den nächstgelegenen Sumpf zum Torfstechen jagen. In dieser Stadt, die seit 2001 von der SPD regiert wird. Doch, die SPD. Seit über 20 Jahren. Ehrlich. Glauben Sie nicht? Ist aber so. Und wir können wetten: Die Vollidioten wählen die wieder.

Und die Linkspartei so?

mdr: Sächsische Linken-Mitglieder beantragen Parteiausschluss von Ramelow

Haha. Klassiker. Jeden absägen, der überhaupt noch sowas wie einen Erfolg vorweisen kann und den dann durch irgendwelche Quoteneulen ersetzen, die das sieche Ding endgültig versenken.

Burks dazu.

t-online: Experte nennt Berliner „Aquadom“ eine „Zeitbombe“

Und das ist auch geil, wie nach jedem Unglück diese überflüssigen Wichtigmacher aus den Ritzen der Kellerleisten gekrochen kommen und zum Besten geben, dass sie das alles vorher gewusst haben.

Polemica: Andacht zu Weihnachten und Silvester 2022

Gibt nur wenige Jahresabschlüsse, die ich gut finde. Eigentlich keine. Aber das hier ist einer. Grüße zurück. Es war mir ein Fest.

tagesschau: EU-Korruptionsskandal – Kaili bleibt in U-Haft

Aber … aber … die ist doch so hübsch. Blink Blink.

Mal Zwetschgenmann – mal Wassermann: Zu unseren Füßen

Das unsichtbare Heer.

Berliner Zeitung: Spieler des VfL-Wolfsburg wieder im ICE unterwegs: Diesmal mit Corona-Maske

Brav.

Jobwrk: Kompars¥=/:“~innen (m/w/d) als »Klimaktivst^&:♤¿innen« für eine TV-Sendung

120 Flocken den Tag. Für das bissken Kleben. Easy money. Leider ohne Reisekosten. Schwach.

Spiegel: 88-Jähriger kommt mit Granate im Rektum ins Krankenhaus

Honk. Dafür gibt’s doch Salatgurken. Oder zum Weiten Auberginen. Meine Güte …

Börsennews: Weihnachtlicher Kartoffelsalat um fast ein Viertel teurer

Oh nein, nicht auch noch der Kartoffelsalat!

Foodcontent. Zuerst die Gastro:

Ich war wieder essen und es war schon wieder Berlin-Mitte. In einer Mozzarellabar namens Al Contadino. Auguststraße. Schnöselstall. Eng. Schlumpfig. Altvermöbelt. Wackelstuhlig. Neben mir plappernde Berlin-Mitte-Schabracken. Hängengeblieben in der Merkelzeit. Faseln sie was von Compliance Management im Selfguarding (häh?), Mitarbeitendenden, die Zeitarbeitendenden Aufträgendenden als Dozierendenden anbieten (barks) und die Bewerbung bei Ärzte ohne Grenzen, die aber abgelehnt wurde, weswegen die eine Schabracke wegen verletzter Eitelkeit den Dauerspendenauftrag gestoppt hat und der anderen Schabracke empfiehlt, das auch zu tun (Hirn, mein Hirn …). Allerfeinstes Berlin-Mitte-Reichenkinder-Aktivistengeblähe für 100 Euro bei zwei Personen. Möh. Dieser Laden macht mich müde. Einfallslose Vorspeisen, schnöselige Degustation genannte, wenig begeisternde Mozzarellavariation (es ist Mozzarella, meine Güte, was soll das …) und arg blasser Wein. Aber: Das Hauptgericht – Nudeldings, Meeresfrüchtedings, Weinsoße – kam unerwartet gut daher und das Olivenöl, das sie auch in Flaschen verkaufen, ist sensationell. Brot, Öl, Fleur de Sel, nice one. Immerhin. Trotzdem: Bitte nicht nochmal. Die Zehnerjahre sind vorbei. Die Dutthipster sind fortgezogen. Christoph Schlingensief ist tot. Udo Walz auch. Niemand säuft mehr Craftbeer. Keiner kauft mehr Bartöl. Und ich mag solche Läden nicht mehr.

Hergestellt habe ich japanischen Rosenkohl Gomasio Teriyaki. Haha. Hahaha. Lol-o-mat. Sie hätten mal die Fresse vom Kind sehen müssen: „Papa, ich kann keinen Rosenkohl essen, ich muss würgen von Rosenkohl, Papa, bitte, ich probiere alles, aber keinen Rosenkohl, Papaaa, bitte.“ Ja klar, Kind, mach‘ dir ne Stulle. Haha. Bssss. (will sagen: Hab‘ ich alleine gefressen, das Zeug. Niemand mag Rosenkohl außer mir.)

So. La comédie est fini. Ich feiere kein Weihnachten, also spare ich mir den Besinnliche-Tage-Bussi-Ihr-Lieben-Bloggerphrasenschrott. Ick zieh‘ durch. Hauense rin. Tschüssgens.