Linkschleuderei vom 14. November 2021

Waking in darkness
I thought I had a friend beside me
But he doesn’t hear
He’s living in his own nightmare
I cannot move, or open my eyes
It’s like being buried alive

Andrea Haugen †


Liebe Freundinnen und Freunde, vorab die Lage: Unwellness

Hier die übrigen Links. Read this:

Hirnfick 2.0: Gefällt mir nicht

Dinge nicht zu mögen ist jetzt Hass. Ein ganz großer Text.

Yanis Varoufakis: Technofeudalism: Explaining to Slavoj Zizek why I think capitalism has evolved into something worse

Und er ist immer noch brilliant. Ich gebe mir nur noch wenig von diesen Dingen und das hier ist eine der Ausnahmen. Guter Mann. Triggerwarnung: Englisch. Keine Untertitel. (via DS-pektiven)

Berliner Zeitung: Gündogan glaubt: Kimmich wird sich noch impfen lassen

Da stand ich letztens bei Lidl vor dem Brötchenknast. Und überlegte mir, was ich nehmen soll. Die Knusperstange ist ganz schön fettig, aber hält bis Mittag. Anders der Donut. Davon bräuchte ich zwei. Kurz überlegt, eine Laugenstange mit Käse zu nehmen und diese mit einer Minisalami zu füllen, aber das sind nur sinn- und hirnlose Kalorien. Besser wäre da das dunkle Rosenbrötchen, aber dann müsste ich was dazukaufen, um es zu belegen. Käse. Schinken. Lyoner. Und dann bliebe was übrig, was ich dann wegwerfen hätte müssen, weil ich an dem Tag nur Kundentermine hatte und an keinem Kühlschrank vorbeigekommen wäre, in dem ich etwas davon deponieren hätte können. Es ist schließlich dieser zwielichtige Hotdog geworden, der folgerichtig zu Übelkeit und Sodbrennen führte.

Warum ist Ihnen das erzähle? Ganz einfach: Dieser Scheißdreck ist genauso substanzlos wie die Information hinter dem Link davor.

Besser:

Abfall aus der Warenwelt: Im zweiten Corona-November

Kucke. Lyrik. Hatten wir lange nicht.

Berliner Zeitung: Ecken des Grauens: Diese Berliner Plätze sollten aus der Stadt verschwinden

Schöne Verrisse. Klicken Sie die, so lange es noch geht. In letzter Zeit stelle ich immer häufiger fest, dass freie Artikel großer Portale, die ich verlinkt habe, kurze Zeit später hinter einer Bezahlschranke verschwinden. Nein, das liegt nicht an mir mit meiner winzigen zweistelligen Followerzahl, sondern daran, dass die Artikel gut sind und folgerichtig eine große Runde durch Social Media drehen, so dass der klickzahlenmessende Algorithmus merkt: „Oh, geil, wird geklickt, schnell hinter die Schranke, vielleicht bezahlt ja einer.“ Und ich versteh’s ja, aber fürs Verlinken isses trotzdem doof. Bin ja von der grundsätzlichen Haltung her unkommerziell.

Büronymus: Die große Vermarktung

Bullshitjobparade. Fakevintage. Marsmenschen.

Frankfurter Allgemeine: Bei Legalisierung: Apotheken bereit zu Verkauf von Cannabis

I bet you are.

Die Welt des DrSchwein: Bilder meines Verfalls – Bild 53

Ich feiere die Reihe und die lakonischen Beschreibungen dazu.

Uli Hannemann: Das Experiment

Zu alt, zu dick, zu faltig (hey, do not burn me, is’n Zitat…).

Foodcontent: Zuerst ein episches 1,8 Kilo Tomahawksteak, gegrillt im Wald. Leck mich, sieht das gut aus. (via Männer unter sich).

Gekocht habe ich Leberspätzle. Mit einem Berg Zwiebeln, Petersilie und Salat. Die Schweineleber habe ich durch Rinderleber ersetzt. Aus religiösen Gründen. Was? Was? Waswas? Haha, nein, ich mag Schweineleber einfach nicht, sondern maximal, wenn ein Sternekoch sie veredelt und das ist selten genug. Bis auf den Salat ist das Gericht nicht gesund, wegenweil zu viel Butter und zu viele Innereien, aber gesund ist ja auch langweilig.

Ansonsten war ich wieder mal in crappy Berlin-Mitte unterwegs, was noch mehr denn je ein geleckter und mir völlig fremder Planet geworden ist. Lokale, Fassaden, Menschen wie aus einem Möbelkatalog, als es noch Kataloge gab. Weichgezeichnet. Glatt. Kantenlos. Stromlinienförmig. Die Oranienburger Straße als Karikatur dessen, was sie mal war. Und ein Burgerladen namens Crackbuns, in dem sie absurd winzige Burger an Idioten wie mich verscheuern. Ein normaler männlich gelesener Mensch (törööö) muss etwa fünf bis sechs davon essen, um satt zu werden. Womit Sie mit 22 Euro am Start sind. Naja. Wenn Sie das trotzdem machen wollen: Der einzige, der was taugt, ist der Rindfleischburger, der ist Premium, alles andere ist Mist, der Hähnchenburger banal, der Shrimpburger ein Ärgernis und in solchen Butzen einen Veggieburger zu bestellen weigere ich mich. Ansonsten haben Sie viel Marketing um den Laden, viel Gewese, Schnickschnack, Gadgets, Gimmicks. Und eine lächerlich infantile Webseite. Aber für Berlin-Mitte reicht’s. Passt wie maßgeschneidert. Nur Blink Blink, dahinter wenig zu bieten, trotzdem voll. Pro-Tipp: Wenn Sie kein Englisch können, lernen Sie welches, denn Sie kommen hier weder mit Deutsch noch mit Polnisch und auch nicht mit Französisch oder Arabisch weiter.

Bessere Burger? Jim Block am Bikini am Zoo. Die Burgerbutze vom Block House. Erwartet habe ich nichts. Burger sind generell sehr ärgerlich in letzter Zeit. Teuer. Klein. Einfallslos. Dumm gebraten. Oder sie zerfallen. Ganz anders hier. Selbst der doppelte Cheese. Bleibt kompakt. Schmeckt edel. Möchte ich nochmal haben. Endlich wieder ein guter Burger. Zeit wurde es. Verbesserungswürdig ist das Gebrülle durch den Raum, wenn der Burger fertig ist und man das Ding abholen kommen soll. Nervt. Vor allem, wenn sie es mehrmals brüllen müssen, weil es, vor allem vom touristischen Publikum, nicht verstanden wird. Gebt doch Nummern aus. Und lasst sie auf einem Bildschirm anzeigen, wenn was fertig ist. Wär‘ angenehmer.

Was? Nee, lass‘ ma‘. Mehr war nicht.