Linkschleuderei vom 8. August 2021

We’re all dying. The world is one big hospice with fresh air.

Ewan McGregor in Doctor Sleep


Ob ich gegen Corona geimpft bin? Interessiert auch Sie? Bedaure. Von mir keine peinlichen Pflasterfotos. Selbst wenn ich ein Pflaster hätte. Was ich vielleicht irgendwann haben werde. Oder womöglich schon habe. Oder nicht. Oder doch. Hosenloch. Gehen Sie für bräsige Impfposereien und nutzlose Positionierungen bitte woanders hin. Dziękuję.

Die Links. Read this:

Berliner Zeitung: Polizeigewalt in Berlin: UN-Sonderbeauftragter kündigt Intervention an

Huh? Bitte was? So schlimm? Die UN interveniert? Die UN? Die mit den Blauhelmen? Interveniert in Berlin wegen Polizeigewalt gegen die Opposition? Gut, die Berliner Bullen waren früher immer schon sehr robust. Andersrum. Unter dem CDU-Senat mit Opa Schönbohm gegen die Kinderantifas aus meiner Schule. Altes Skript aus Lummers Sekretärsschublade. Demos verbieten. Ansammlungen zerhacken. Leberwursttaktik. Klopp Klopp Aua. Nase platt. Auge blau. Polizeigriff. Wanne. Eine Nacht Moabit. So war das immer.

Dann war’s mal ein paar Jahre entspannt und fast schon zivil. Unter Wowereit dem Partyclown. Überall peacige Antikonfliktteams mit gelben Westen, die nur reden wollten.

Jetzt sind die Kloppercops wieder da. Wenn auch mit anderer Zielsetzung. Kloppen die Gegner des doppelplusgutgrünen Senats vom Asphalt. Als wären sie nie weg gewesen.

TWASBO: Kognitive Dissonanz

Früher hätte ich hart gelacht, wenn Liberale verzweifeln. Vor zwei Jahren sogar noch. Jetzt sind Liberale die letzten, die noch liberal sind.

Radio München: Die Corona-Impfung als Kommunion

Früher habe ich auch über solche absurden Auseinandersetzungen gelacht. Wenn sich Leute über sowas wie Impfungen stritten. Oder Homöopathie. Chi Gong. Waldorfschulen. Falschparker. Mir egal, solche Themen. Der eine macht’s, der andere nicht. Privatsache und gut. Jetzt gibt es plötzlich auch bei dem Thema Impfung diesen religiösen Eifer, den Sie so schon bei Klima, Gender, Fahrradstraße und jedem anderen Aktivistenthema finden, in deren Rahmen jeder Abweichler mit verschiedenen Zwangsmitteln, aufgesetzter Empörung, Diffamierung und viel Geschrei auf Linie gebracht werden soll.

Jetzt der Umgang mit dieser Handvoll Verstreuter, die keinen Bock auf die Impfung hat. Was mir Widerwillen erzeugt. Wie mir jeder religiöse Eifer Widerwillen erzeugt. Heiliger Furor im autoritären Impfmobbing der Söders und Spahns bis Baerbocks. Zwei Jahre ist das her, dass in dieser Frage alles noch so entspannt war. Jetzt ist alles verspannt. Kalt. Fies. Arschig. Eklig. Und ich raff’s nich‘. Lasst sie doch Abstand dazu nehmen. Freie Entscheidung freier Menschen. Wo ist das Problem? Da geht nichts kaputt außer das Ego von überforderten Politikern, die sich verrannt haben, und das Selbstbild von eitlen Internethirnis, die als traurige Multiplikatoren wieder mal einen Gleichschritt herbeibrüllen wollen, den sie nie kriegen werden.

n-tv: Person der Woche: Aiwanger – Dieser Mann könnte die Wahl völlig verändern

Ich hätte früher auch über so jemanden gelacht. Dieser absurde Dialekt. Der steife Auftritt. Der Ernst. Der biedere Name „Freie Wähler“. Jetzt wirkt der so komisch standfest. Prinzipientreu. Stabil. Von den versammelten Druckmachern nicht umzuwehen. Als einer der wenigen da oben in den Sesseln, der mal was anderes sagt als alle anderen. Das beeindruckt mich.

Wobei es sein Kalkül sein dürfte, diejenigen abzufischen, die mit dem Ganzen nicht einverstanden sind, aber denen die FDP zu schmierig und die AfD zu unappetitlich ist. Aber hey, das könnte für 5% reichen. Vielleicht auch für mehr. Sagt Ihnen der Nichtwähler (nein, auch den wähle ich nicht, ich wähle gar nix, ich bin Nihilist).

RND: Umfrage: 69 Prozent wollen strengere Regeln für Ungeimpfte

Ah. Es würgt schon. Die Mehrheitsgesellschaft wünscht die Teleskopstäbe auszufahren. (via)

turi2: Annalena Baerbock vermutet sich im falschen Wald

Das Oderbruch ist der Ort, an dem die Grundlasthühner das Völkerrecht für die Steuerinnenzahla in Gesetze gendern.

Berliner Zeitung: Grüne in Berlin: Wirbel um Foto ohne Männer

Güte wie plump… die denken wirklich, dass die Leute alle doof sind.

Hier, noch mehr doof:

faz: Bundesverfassungsgericht erhöht Rundfunkbeitrag vorläufig auf 18,36 Euro

Der Feudalismus. Da oben sitzen sie in den obszönen Glaspalästen mit 404.000 € Gehalt im Jahr und saugen und saugen. Jetzt sogar mit der Brechstange. Auf dass ich ihnen noch mehr bezahle ohne ihren elitären, ideologisierten Scheiß überhaupt zu schauen.

D. Kriesel: DataScience of the Day: 1 Flutkatastrophe = 2 Jahre Öffentliche

Mit der Erhöhung können sie sicher ein paar neue Instagramaccounts, eine Handvoll neue YouTube-Kanäle und drei bis vier neue Sender finanzieren, die außer den Produktionsbeteiligten und deren Omas keiner schaut. Hurra. (via)

Radikale Heiterkeit: Ens Käufens und ens Einkaufspritz (Freiheit, Bratwurst, Orgasmus!)

Ja, hatte ich schon drin. Aber egal. Weil der mit Lob (Obacht, versteckte Klinge) genauso wenig umgehen kann wie ich, kann der Kerl auch zwei Mal hintereinander. Als Anerkennung. Weil ich so arg gelacht habe dass ich mich ritzen wollte. Mit der Stichsäge.

(Alter, der Enstended Mix, wie geil ist der…)

Recrutainment Blog: Bildhübsche Anwältin zwischen 25 und 35 gesucht! Humorvolle Stellenanzeige. Vor allem aber quasi eine erste mentale Arbeitsprobe

Schön. Gutes Marketing ist so selten, dass ich mir das hier reinkleben muss.

Reddit: Ja dann gibt es halt keinen Breitbandausbau für euch!

Ja, weiß man nicht. Kann Fake sein, sowas. Liest sich zu glatt. Zu eloquent. Zu agendasettend. Zu buzzwortdrückend. Zu absurd, um real zu sein. Trotzdem geil. Und auf einem unseriösen Blog wie diesem kann man das auf jeden Fall bringen. (via)

Metal Hammer: Metallica: James Hetfield wieder ein Jahr älter

Wahnsinn. Da hat einer Geburtstag. Sommerloch ist gar kein Ausdruck. Es ist ein Saure-Gurken-Fass.

Burks‘ Blog: Widerstand ist zwecklos

Gästinnen. Von Gästin. Irrenhaus ist gar kein Ausdruck.

Kraftfuttermischwerk: LKW rammt Wohnmobil, aus dem dann 50 Kilo Marihuana fallen

Oh nein! Das schöne Dope!

Gagada: Alle elf Minuten

Haha.

Eine Runde Musikunde:

Ein altes Ding ist mir wieder über den Weg gelaufen: Nico Suave mit den Beginnern. Von 2005. Satte Ewigkeit her. Der Text könnte auf locker aufs Heute passen. Die Jungs waren visionär quasi. Ein Club der Visionäre (haha, Insider).

Falls hier auch Ü50-Lesend:ensxy* mitlesen, habe ich einen Tipp: Danny Vera. Sommer. Lagerfeuer. Laphroaig. Bärte. Schweigen. Schöner Abend war das.

Bissken was zum Runterkommen und fürs Karma: Positive affirmations for your me(n)tal health. It’s offical. Mark Z. has fallen in love. Und hat dicke Herzchen in den Smileyaugen.

Vollgesoffen habe mich nach langer Zeit wieder und zwar in einer fiesen alten Pinte namens Treffpunkt Panne in fucking Reinickendorf. Wenn das mal nicht die schönste Kneipe der letzten Jahre ist, dann weiß ich auch nicht. Verlebte Typen. Ehrliches Pils. Tina Turner aus den gammligen Boxen. What’s love got to do with it. Meine Klamotten stanken bereits zwei Sekunden nach dem Bierbestellen nach Kippe. Korn. Schulle. Erdnüsse. Mehr braucht’s meistens nicht. Fuck you Rhabarberschorle. Dinkelkekse für den Darm.

Gekocht habe ich Blumenkohl mit marinierten Hähnchenkeulen aus dem Backofen und Kräuterjoghurtsauce. Der Kampotpfeffer erwies sich zunächst als Hürde, aber den gibt es tatsächlich im Gewürzregal bei Rewe bei den Spezialitäten. Schönes Rezept. Ich fand’s geil, aber das vorpubertäre Kind hat Beschwerde eingereicht und in der anschließenden diplomatischen Verhandlung einmal Baked Ziti rausgeholt („Papaaa, wenn ich das esse, machst du dafür mal wieder diese überbackenen Nudeln?“ „Aber klar, mein Kind. Aber klar.“).

Gegessen habe ich heuer in Moabit. Arabisch. Dass ich die arabische Küche über alle Maßen feiere, interessiert keine Sau, erzähle ich aber trotzdem gerne. Immer schon. Ich mag alles, was die herstellen, von sauer über fettig bis süß und scharf. Ein Überbleibsel meiner alten Hood. Ich bin damit groß geworden. Das kriegste nich‘ mehr raus. Muss ja auch nicht. Ist ja auch gutes Zeug.

Für gute arabische Dinge laufen Sie einfach die Torstraße entlang, bis sie zur Huttenstraße wird. Libanesisch, jemenitisch, marokkanisch. Alles top. Ich selbst war im Big Bascha (hat nur Facebook, deswegen der Link zu MoabitOnline) und natürlich war es sehr groß. Und sehr schön. Und verdammt gut. Zwischen 20 und 25 Euro kriegen Sie hier sogar drei elende verhungerte Fresssäcke satt, dass die nach Hause rollen. Rockin‘.