Linkschleuderei vom 2. Juni 2021

Der Vorübergehende sagte zu seiner Zeitgenossin: „Du machst dir so viele Gedanken, was andere über dich denken würden – und bemerkst gar nicht, wie selten sie an dich denken.“

Lumières dans la nuit


Die Links. Read this:

Berliner Zeitung: Corona-Tests: Offenbar Betrug im großen Stil

Keine Überraschung. Maskenmafia. Testmafia. Und bald bestimmt auch Impfmafia. Also zehntausende abgerechnete Impfungen, die es gar nicht gab. Wetten wir? Warum ich das jetzt schon weiß? Weil Krisenzeiten immer auch Gelegenheiten schaffen. Tote Winkel. Blinde Flecken. Niemand kuckt hin. Öffentlicher Druck. Alles muss schnell gehen. Politische Heißluftschaufler haben sich aus allen Fenstern gelehnt. Stehen im Wort. Und Geld spielt keine Rolle. Zwei Fragen dazu: Jemand ’ne Banane? Und warum haben Sie eigentlich noch kein eigenes Testzentrum? (via)

Polemica.: S-Woche: Von Titeln, Tempos und Therapien

Liest sich wie ein entspannter Spaziergang, bei dem im Vorbeigehen Rundumschellen verteilt werden. Schön. Reicht noch nicht mit Schellen? Patsch Patsch Patsch. Noch ein Ding. Sprachlich schön. Swag. Style. Sowieso schönes Blog.

Spiegel.de: Seuchen: Chronik einer Hysterie

Ups. Ist von 2010. Sorry.

DS-pektiven: Coronoia: Die Wetterhexe

Erst im Erwachsenenalter wird einem dann nach und nach bewusst, auf was für eine schäbige Art und Weise man damals behandelt wurde; vor allem deshalb, weil man eben nicht einem „hohen Hause“ entsprang (…)

Yup. Hab‘ dazu mal einen nicht-deutschen und nicht-türkischen Nachnamen, dann kommen noch die Spaliere auf dem Schulhof obendrauf.

Massengeschmack.tv: Upload-Sperre! Unser Kanal durfte 7 TAGE kein Video veröffentlichen!

Das Gejammer über die vielen Sperren bei YouTube aus immer nichtigeren Gründen müffelt langsam wie die alten Laufsocken hinter meinem Sideboard. Es erinnert auch an die vergleichbare Situation bei diesem Facebook vor ein paar Jahren. Deren Plattform, deren Regeln, deren Sperrmanie. Ende. Wenn einem das nicht mehr passt, muss man gehen, aber in dem Fall von YouTube wollen sie das alle nicht, weil sie abhängig von der enormen Aufmerksamkeit geworden sind und natürlich das Werbegeld haben wollen. Die Gierlappen. Und spätestens bei solcher Bigotterie wird’s dann lächerlich.

Weltkriegserlebnis statt Ardennenoffensive: Ich habe vor fünfundsiebzig Jahren von 2010 bis 2013 auf einem nicht mehr existierenden Social Media-Dingens namens Qype geschrieben und dort am Ende eine vierstellige Anzahl an Followern (heute ist das lächerlich, aber dort war das viel damals) in den Orkus gekickt, weil ich das Avatar dort aus einer Laune heraus gelöscht habe, nachdem sie damals schon willkürlich, intransparent und unvorhersehbar damit begonnen haben, meine Beiträge zu löschen oder mich ständig aufgefordert haben, uralte Dinger zu überarbeiten, die plötzlich irgendwer wegen irgendwas problematisch fand. An einem Abend löschten sie zwei auf einmal. Dann ist mir der Arsch geplatzt. Klick. Weg, wenn es nicht mehr passt. Kann man alles machen. Konsequent sein und Sachen packen. Einfach gehen. Einmal aufrecht sein. Nur bitte nicht durch die Timelines jammern und trotzdem dableiben. Das ist inkonsequent. (via)

RND: Modernes Mobbing: Warum die Twitter-Parallelwelt so unerträglich ist

Ich wusste gar nicht, wer dieser Typ ist, um den es da geht, und musste erst mal recherchieren. Offenbar ist das ein reichweitenpotenter Twitteralpha, der selbst gerne mal polarisierend seine halbe Million Follower irgendwohin auf den Weg schickt. Eine halbe Million, meine Güte. Und ich mache mir Sorgen, dass mich meine 77 Follower hier bei WordPress überfordern.

Jetzt wurde er, der immer so offensiv megakorrekt haltungsstark war, offenbar von seiner eigenen Blase seziert und genüsslich aufgeknüpft. Wegen einer Kaffeemaschine. Und weil er auf Sylt Urlaub gemacht hat. So schnell geht das. Hat seine ganze Haltung nix gebracht.

M7: Stop Bitching, Do Something!

Mir sagt dieser Van Morrison jetzt nicht viel, scheint aber weltberühmt zu sein und steht jetzt im hohen Alter wegen seines neuen Albums als ein fieser Coronahitler da. Singt Sachen, die er im Moment besser nicht hätte singen sollen. Wo die Rebellen sind, fragt er zum Beispiel auf seinem Album. Tja, weiß ich auch nicht. Schick mal einer den Berliner Inlandsgeheimdienst, vielleicht findet der welche.

Schwerdtfegr (beta): FIFA-brüllball-geldmeisterschaft des tages

Boar die Uhr, Alter. Echt jetzt?

dr. benways laboratorium: Die Killerlesbe von der Gestapo

Sehr lesenswerte Biographie. Liest sich wie ein Krimi.

schneeschmelze: Die Blaumeisen sind verschwunden

Nicht nur die.

(jetzt dürfen Sie sich gerne das hirn zergrübeln, was ich damit meine.)

(…)

(na?)

(…)

(nichts meine ich. manchmal meine ich einfach nichts. der satz passte nur gut gerade.)

Hier noch ein Clip:

Portrait of a newly single millennial woman

May I give you an advice? Do not date women in their thirties. Too often way too desperate. Too often way too weird. Keep your distance. Better wait until they become 40 and relaxed again. Or, even better, get gay.

(wobei das Witzige gar nicht der recht ausgelutschte Slapstickauftritt ist, sondern die peinliche Anpreisung blöder Frühstücksflocken des Sponsors im Anschluss, was mir den ganzen grauenhaften Influencerkrebs so richtig schön kompakt abstoßend zusammenfasst. Groß.)

Kaffeebudensupport, für den mir keiner was zahlt: Schönen Kaffee kann ich empfehlen, wenn Sie mal drüben an der Behmbrücke kurz vor dem bösen Wedding sind: Kraft. Der Kaffee ist so gut, dass Sie da fast immer eine Warteschlange von der Länge einer typischen Deutschen Post haben. Außer Sie gehen bei schlechtem Wetter da hin, wenn die ganzen wasserscheuen Studentenschlümpfe und Schönwetteraktivisten nicht dort stehen.

Wenn Sie niemals eine Schlange haben, aber ein paar junge, hoffnungsfrohe Existenzgründer unterstützen wollen, die sich die falsche Zeit zum Existenzgründen ausgesucht haben, nehmen Sie ein paar Querstraßen weiter North Andes Coffee in der Czarnikauer Straße. Schmucklos. Unauffällig. Schnell läuft man daran vorbei. Ich bin in letzter Zeit wieder öfter da oben bei den letzten paar nichtoligarchischen Russen von Prenzlauer Berg zum Chillen und nehme bei North Andes immer meinen Kaffee für den Weg. Es gibt in Prenzlauer Berg Millionen Orte mit gutem Kaffee, aber im Zweifel mag ich jene lieber, bei denen nicht der halbe Bezirk Schlange steht.

Mit Freude nachgekocht habe ich folgendes:

Penne mit geröstetem Blumenkohl, Rosinen und Kapern

Mir hat noch nie jemand ein Rezept gewidmet und natürlich muss ich aus Gesichtswahrungsgründen so tun, als würde mich das völlig kalt lassen. Doch. Nicht. Macht mich verlegen sowas.

Ich habe zusätzlich mit Zitronenpfeffer gewütet und die Rosinen leider weglassen müssen, weil Rosinen des Teufels sind (sry). Dennoch schönes Rezept. Danke in aller Form und Grüße.

Spargel für Arbeiter

Derbe. Aber geil.

Spargelrisotto

Mega.