Linkschleuderei vom 22. Mai 2021

Words are meaningless. And forgettable.

Depeche Mode


Aufgefallen ist mir, dass noch weniger Blogger als früher andere Blogger verlinken (Grüße an die Ausnahmen, ihr wisst schon), sondern entweder nur sich selbst oder unverfängliche Massenportale, was in Zeiten von stellungskriegsartiger Lagerbildung und kontaminierender Kontaktschuld, in denen Sie quasi von jedem, den Sie verlinken, das ganze Archiv bis zurück nach 1870 durchlesen müssen, auf dass er ja nix inzwischen Verfängliches irgendwo mal geschrieben oder zitiert oder irgendwo geliket hat, sogar fast nachvollziehbar ist.

Spontanverlinken aus der Hüfte ohne stundenlange Recherche ist unter diesen Bedingungen inzwischen ein Risiko geworden, wenn Sie noch was werden, ein Buch schreiben, in irgendwelche YouTube-Talkformate eingeladen werden oder in die Politik gehen wollen. Dann überlegen Sie sich das mit dem Verlinken nicht akribisch durchgeprüfter Quellen besser nochmal.

Überlegen Sie sich inzwischen überhaupt besser drei Mal vorher, was Sie schreiben und vor allem wozu Sie was schreiben. Zumindest unter Ihrem echten Namen. Schere. Kopf. Stein. Papier. Scherbengericht. Freie Rede ist Boomer.

Also: Was soll schon groß schiefgehen? Gimme Links. Frische Links. Schauen Sie doch mal anderswo:

Neulandrebellen: Der gute Mensch von nebenan

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Rechtsanwalt Markus Kompa: Die Völkerrechtlerin und das Gremium

Ich finde es ein Problem, dass die Kritik an dem ganz schlecht polierten Auftritt der grünen Premiumkandidatin, deren aufgeblasene Außendarstellung gerade in sich zusammenfällt, abseits der Nischen und der unappetitlichen Ecken kaum aufgegriffen wird, sondern wieder einmal mit den alten langweiligen Floskeln reflexartig und haltungsstark bekämpft wird. Inzwischen ist derjenige, der den so angestrengt gehypten grünen Auftritt fragwürdig findet, sogar mal wieder ein Putintroll. Und demnächst bald auch schon wieder Nazi. Und ein Frauenfeind sowieso. Weil eine Frau zu kritisieren voll Hate ist. Dabei ist diese „Die dürfen mich nicht angreifen, weil ich eine Frau bin“-Argumentation am Ende nur armselig und eine sippenhaftige Demütigung für jede selbstbewusste Frau, die was mich betrifft gerne da oben führen darf, wenn sie es denn kann. Und aushält.

Und das ist dann auch das Perfide an diesen Zeiten: Sie sollen die Elite nicht mehr angreifen dürfen, weil die Elite zunehmend weiblich wird. Raffiniert ist das schon, wenn auch durchsichtig.

Der einzige Effekt vom Abwiegeln und Ablenken: Es übernehmen die Rechten den Job mit der Kritik und punkten damit. Aber zum Glück gibt es noch Kompa. Und fefe. Und Asemann.

YouTube: Best of Baerbocking

Als chronischer Nichtwähler gehe ich jedoch wie immer ozeantiefenentspannt in so ein Wahljahr und auch die aufgeregten Verehrungshymnen der alten privatmedialen Platzhirsche und des öffentlichen Rundfunks zugunsten der grünen Frontfrau lassen mich komplett kalt. Denn möglicherweise läuft es für Frau Baerbock so wie für Frau Clinton: Sie wird hochgejazzt bis über die Fremdschamgrenze von der versammelten Medienlandschaft, aber die verdammten Hillbillies aus den störrischen Rustbeltnestern der Republik (also überall außerhalb der Innenstadtlagen Berlins und der paar verkopften westdeutschen Universitätsstädte) wählen sie trotzdem mehrheitlich nicht und das vielleicht einfach nur, weil sie ihre nölige Stimme nicht mögen. Oder die ungelenken Auftritte nicht ertragen (wenn die so weitermacht, wird die sich echt noch um Kopf und Kragen plappern). Oder einfach vom boulevardesken Hypen der wieder mal übereifrigen journalistischen Wasserträger genervt sind. Glück nur, dass der Gegner hier in diesem Land kein Trump ist, sondern nur ein Laschet. Ich stelle mir gerade einen auf populistisch gedrehten durchchoreographierten Maschmeyer mit potenten Hintermännern aus der Finanzwirtschaft als CDU-Kandidaten vor. Und der würde womöglich gewählt. Ein Albtraum.

Der konservative Backlash hat aber schnell Fahrt aufgenommen und ist grausam anzusehen. Als würden sie eine Drittklässlerin zerlegen. Das hochnotpeinliche Stahlbad wird auch nicht nachlassen, weil die chronisch unglücklichen Auftritte und die tapsige Rhetorik der Kandidatin noch sehr viel Angriffsfläche dafür bieten werden. Die üblichen rasiermesserscharfen Metzger aus dem Internet werden jeden dieser Auftritte, jeden Versprecher, jede fachliche Ahnungslosigkeit mit greifbarem Vergnügen filetieren, zusammenschneiden und schneller streuen als YouTube hinterherlöschen kann.

Die Kandidatin beginnt mir jetzt schon leid zu tun und ich überlege, ob ich nicht doch wieder mal wählen gehen soll, aber dann fällt mir ein, dass Mitleid kein guter Grund ist, jemanden in die Führung des Landes zu wählen, in dem ich mich zufällig befinde, und ich verwerfe den Gedanken wieder. Sie hat es unbedingt wollen, sie muss es jetzt aushalten. Jeder Mann muss kübelweise Spott ertragen, wenn er in die Arena geht, und sie möge es bitte auch mit Stolz durchstehen. So ist das Spiel. Schmutzig und eklig und das weiß man vorher. Safe Space is‘ da halt nich‘, weil Politik nicht Bretteruni ist. Und hätte ich bei der Anstellung im Borgwürfel meinen Lebenslauf und meine dort behaupteten Kompetenzen so auffällig frisiert und sie hätten das rausgekriegt, würde ich mit Arschtritt aus der Glaskastendrehtür fliegen. Und mich würde kein spiegel.de, kein zeit.de, kein öffentlicher Rundfunk verteidigen.

Aber eines weiß ich jetzt schon: Wenn die Tante gewinnt, wird es sprachlich ab Herbst auf allen möglichen Kanälen sensationell werden. Wir werden sehr viel lachen. Versprochen. Vielleicht wähle ich sie ja doch. Nur wegen des Blogfutters. Und der nie enden werdenden Komik.

Übermedien: Ach, das bisschen Plagiat: Franziska Giffey und ihre Helfer in den Medien

Und diese Frau will hier bei uns in der nach Pjöngjang lustigsten Hauptstadt der Welt immer noch Bürgermeisterin werden. Trotz ihres Beschisses. Der erbärmlichen Sesselkleberei. Und dem Habitus als beleidigte Grützwurst. Krass is‘ schon. Traute hat sie. Macht aber nix. In der einzigen Hauptstadt der Welt, die zum Wohlstand eines Landes nichts beiträgt, sondern ihn absenkt, ist es vollkommen egal, wer da oben im Roten Rathaus Maulaffen feilbietet. Ein Orang Utan. Pepe der Frosch. Eine Standuhr. Die ausgestopfte Leiche von Fips Asmussen. Spielt keine Rolle. Wir halten hier schon seit Diepgen und Landowsky grottenschlechte Politik aus, also wählen Sie die Alte ruhig, kein Ding. Für Berlin reicht’s.

Alles Evolution: Das Infantile bei Feministinnen

„Pimmelbude“ schreibt da eine andere, die gewählt werden will, auf ihr Wahlplakat. Finde ich gar nicht schlimm. Wenn man dann im Umkehrschluss zu ihrem Laden „Tittenbude“ schreiben darf, ist das doch okay. Quid pro quo.

Alternativlos-Aquarium: Wider die sprachlichen Gehirnwäsche

Menschen mit Freude an der unter starkem Beschuss stehenden Sprache finde ich gut. Auch weil sie immer weniger werden.

Netz 10: „Die deutsche Sprache sollte in Wort und Schrift perfekt beherrscht werden.“

Und das in Bayern Franken.

ZG Blog: Corona-Neusprech (3)

Das ist mir auch aufgefallen. Die Sprache leidet unter der Lage. Fürchterliche Begriffe werden gebildet oder wieder neu aufgesetzt. Wenn ich für das Kind den Impfzettel für die Standardimpfungen durchlese, die mal wieder fällig sind, steht dort „Impfling“ und es schüttelt mich regelmäßig wegen dieses Begriffs.

Prollblog: Wenn man Soziolog(innen) nach Biologie fragt

Haha. Deswegen frag‘ ich die ja nicht.

Das Blogmagazin: Meinung: Kann kontrolliertes Trinken bei Alkoholikern funktionieren?

Nein? Kann nicht? Das ist gut. Dann trinke ich weiter. (Hintergrund)

Amélies Blog: Alltagswahnsinn im Mai 2020…vom Impfen, Entrümpeln und überhaupt…

Amélie in der Pandemie. Grüße.

Denkfabrikblog: Kurzfilm: Vacation

Out.

Dankbar nachgekocht habe ich:

Karamellisierte Rotweinzwiebeln

Easy herzustellen und idealer Gruß aus der Küche für die feisten Rotweinsäufer auf dem Sofa.

Pasta mit Speck, Pilzen und viel Petersilie

Ebenso easy herzustellen und gut ans Kind zu verfüttern, allerdings habe ich nur Champignons bekommen. Und Kräuterseitlinge, aber die mag ich nicht, weil sie nach nichts schmecken und sich wie Gummi kauen. Es ist keine gute Pilzzeit aktuell. Keine Shiitake, keine Steinpilze derzeit. Lame.

Hackbällchen in Tomatensoße

Kind glücklich machen Teil II. (danke, Chris)

Original italienische Bolognese

Kind glücklich machen Teil III. (danke II, Chris)