Linkschleuderei vom 9. Mai 2021

Ich habe wieder Lesezeichen aufgesammelt und werde sie von nun an als eigenen Blogpost bringen, da mir das Monatsabrechnungsgesudel, in dem sie bisher irgendwo mit reingepackt waren, zu fett wurde und entschlackt gehört. Außerdem sind einige lesenswerte Dinge in den langen Wochen bis zum Ende des Monats oft schon wieder oll. Das führt zu nix.

Bitte sehr. Lesen Sie doch mal anderswo:

Berliner Zeitung: Beschneidung bei Jungen: „Ein irreversibler Eingriff in die Integrität“

Scheißegal. Sind nur Jungs. Vom Wegwerfgeschlecht. Disponibel. Zählt doch nicht. Aber schön, dass das letzte lesenswerte große Hauptstadtportal das Tabuthema anspricht. Das machen sie öfter. Geben auch mal einer Position Raum, die mit einem dieser vielen neuen Tabus belegt ist. So auch hier: Anwältin: „Widerstand aus der Mitte der Gesellschaft wächst“.

Tears of Joy: „Ich weiß, dass Sie das nicht verstanden haben“

Ad hominem. Es interessiert nicht das, was jemand sagt, sondern wer es sagt. Ein pawlowsches Gebaren, das in den letzten Jahren endgültig Mainstream wurde. Möglicherweise eine weitere Auswirkung der Bildungsmisere gepaart mit digital potenzierter Schwarmdummheit und der guten alten Gruppendynamik. Heute sitzen die Menschen felsenfest in gelabelten Kisten, gut sortiert nach gut und böse, und was dort gesagt wird ist faktisch egal. Am Ende bleiben Rituale. Kompromate. Aufschreie. Wer wieder was gesagt, geschrieben oder gemeint hat. Ich klicke inzwischen fast nur noch weg. Was? Palmer wieder? Klick. Weg. Lehmann jetzt auch? Klick. Weg. Maaßen. Kubicki. Liefers. Klick Klick Klick. Weg weg weg. Je mehr es wird, desto weniger mag ich das lesen. Klickelifuck. Kaputt reicht als Bezeichnung des Ganzen nicht mehr, es ist ein Trümmerfeld. Giftig. Alles giftig. Wie ein großer Philosoph mal sagte: Politics sucks.

Michael Sailers Blog: (periphere Notate): Bier! Schweiß! Kunstsperma!

Das ist gechillt. Geschrieben vermutlich mit einem Schmunzeln.

Polemica: Das Leben findet einen Weg

Natürlich ein guter Text. Dennoch bin ich zunehmend des Themas müde. Reicht jetzt. Vorhang bitte. Eine Cola wäre gut.

PPQ: Alle fünf Minuten verliebt sich ein Journalist in Annalena Baerbock

Süß. Diese Hingabe. Diese unbedingte Loyalität. Ich könnt‘ sowas ja nicht.

TWASBO Magazin: „Was wollen die groß dagegen machen?“

Schnitt. Pause. Schnitt. Pause. Schnitt. Pause. Ganz viele fiese kleine Schnitte. Nur zu spüren, wenn es einer mal zusammenfasst. Wie hier.

Hier noch das Topping:

Rechtsanwalt Markus Kompa: Medienaufsicht droht unerwünschten Bloggern mit Sperrverfügung

Nee, ist gar nicht Weißrussland. Und auch nicht Orban. Oder Erdogan. Ist hier. Doch, ja. Ganz ehrlich? Mich wundert’s nicht. Und streng genommen hat das auch noch gefehlt. Was es zusätzlich noch braucht: Gefährderansprachen. Persönliche Gefährderansprachen. An der Haustüre. Ding Dong. „Guten Tag, wir sind von der Landesmedienanstalt. Hier unsere Ausweise. Sie haben da gestern einen Blogpost gegen die nächtliche Ausgangssperre veröffentlicht, da würden wir gerne mal mit Ihnen drüber reden. Dürfen wir reinkommen?“

Passend dazu:

Jeremy Hillary Boob, Ph.D.: Katholophober Hetzer nagelt Hate Speech an die Tür der Wittenberger Schlosskirche (1517, koloriert)

Lol.

Derweil bei den Öffentlichen:

Meedia: Twitter offenbart die Haltungsschäden von ARD und ZDF

Keine Neuigkeit. Grün (grün, grün) sind alle ihre Kleider…

… grün ist alles was sie ham.

Na? Ohrwurm? (via)

Wahlinfo Passau: Meine Freundin, die Bäumin oder: Heute spielen wir mal wieder Aktivisti und Polizisti

Gnihi. Aktivisti und Polizisti. Nochmal: Ich freue mich auf Herbst. Das wird toll. Es wird so viel zu kommentieren geben, unendlich viel, es wird großartig werden. Ich kann’s kaum erwarten.

SWR: Hundeführerschein wird in Baden-Württemberg zur Pflicht

Würde das in Berlin gemacht, wäre Berlin über Nacht fast hundefrei. Warum? Weil wir hier alles haben, was an Hundehaltern hassenswert ist: Hunde, die auf kleine Kinder (zum Beispiel meins damals) spingen, Läufer um die Häuserecken jagen, irgendwelche Familien aggro anbellen und auf wirklich gar nichts hören, schon gar nicht auf ihren Vollversager von Hundehalter.

Na gut, okay, würde Berlin einen Hundeführerschein einführen, dann sicher nicht mit Prüfung, sondern als stumpfen wilhelminischen Verwaltungsakt. Achtzehnseitigen Antrag stellen. Termin in sechs Monaten. 250 Euro Gebühr. Danach wird der Antrag blind bewilligt und es kümmert sich keiner mehr drum. So ist es mit allem, außer Tiernahrung Parkraumbewirtschaftung, was das Einzige ist, das in Berlin in Perfektion betrieben wird. Weil Berlin Berlin ist.

Progolog: Und dann kam David Bowie

Er bleibt in der Erinnerung für mich der faszinierendste Mann der Welt. Kaum zu toppen, auch wenn ich mit der Musik wenig anfangen konnte (sorry). Manchmal ist es einfach nur nur der Auftritt, der mich fasziniert. Ein makellos schöner Mensch (gut, jetzt nicht mehr, weil außer Knochen nix mehr übrig ist, aber Sie wissen, wie ich es meine).

Denkfabrikblog: Kurzfilm: The tent

Fuck Camping.

So. Ich habe solche Linklisten immer gerne mit Kochkram beendet. Meistens mit dem, was ich nachgekocht und für gut befunden habe. Das werde ich wieder aufnehmen, vor allem um die guten Rezepte vernünftig auffindbar irgendwo nachzuhalten, eat this:

Man kann’s essen: Seeteufel auf Karotten-Ingwer-Püree mit grüner Mojo