Namen sind Schwall und Lauch

I am very very happy, so please kill me.

Icke


Derlei kreuzeitler Mist liegt mir nicht wirklich, aber ich komme um ein wenig Bloggeronanie für den hohlen Zahn nicht herum, denn immerhin könnte es sein, dass Sie bemerkt haben, dass ich den Namen nebst Domain gewechselt habe.

Wenn Sie etwas älter und damit schon länger dabei sind, dann wissen Sie, dass ich das öfter mal mache. Warum? Keine Ahnung. Aus Bock. Mir wird eben schnell langweilig und dann muss ich was Neues machen. Müsste jetzt das sechste Mal in elf Jahren Scheiße-ins-Internet-schreiben sein und der vorige Alias hatte inzwischen auch schon wieder bald drei Jahre am Arsch kleben. Knips. Aus. So muss das. Kontinuität ist anderswo. Ich verliere schnell die Lust, wenn alles immer so ist wie immer. War nie ein Reihenhausmensch. Bäumepflanzer. Wurzelnschlager. Werde auch keiner mehr. Routine kills my brain.

Es war sehr überfällig, den alten Namen auf den Kompost zu kicken. Er ging mir schon seit letztem Sommer auf den Zeiger. Pest. Klingt jetzt in dieser irren Zeit wie so ein One-Pot-Pasta-Einthemenblog im Lichte der bis in alle Poren nervenden Coronapest, obwohl der Name vorher da war und mit dem madig gewordenen Einheitsgüllethema so gar nichts am Laufen hat. Doch jetzt nach einem Jahr gesellschaftlichem Pestporno bis zum Zäpfchen nervte er halt enorm. Passte mir nicht mehr. Und wenn mir was nicht mehr passt, dann hau‘ ich das weg. Mach‘ ich mit allem so. Keine Ahnung, wie lange der neue Name jetzt bleibt, vielleicht länger als sonst oder auch nur so lange, bis der erste Text wieder die 1.000er-Klickmarke übersteigt, was immer ein Zeichen dafür ist, dass die Dinge bald außer Kontrolle geraten (vor allem bei mir) und die Fänger auf die Jagd gehen.

Der Name, den ich jetzt rübergepappt habe, ist ein ganz alter, den ich früher in diversen Foren genommen habe, die es schon lange nicht mehr gibt, und der natürlich seinen Ursprung im gleichnamigen Film hat, den vermutlich auch keiner mehr kennt. Warum der jetzt? Keine Ahnung. Ist doch vollkommen egal. Namen sind Hall und Schlauch. Bausch und Bogen. Sancho und Pancho. Krethi und Plethi. Wen interessiert es schon wie ich heiße…

Ich habe es dieses Mal vermieden, komplett den Stecker zu ziehen wie sonst, sondern nur die Domain ausgetauscht und den Rest belassen, einfach aus purer Unlust, wieder einmal das Design ganz von vorne neu machen und den ganzen alten Mist mühsam händisch importieren und formatieren zu müssen. Bin gerade erst mit dem Importieren des alten Mists der vor- und drittletzten Blogmoorleiche fertig geworden, die ich beide gelöscht statt umbenannt habe. Und dieses Importieren einer nutzlosen, inzwischen tatsächlich vierstelligen Anzahl an Texten aus elf Jahren, die ich inzwischen hinter mir her ziehe wie einen übel riechenden Kometenschweif, ist anstrengend und zeitfressend geworden. Kein‘ Bock mehr drauf. Ich will das nie mehr machen müssen. Denn ich habe besseres (haha … böh) zu tun.

Die alte Domain krepiert planmäßig zum November, einfach weil sie bis dahin bezahlt ist. Vielleicht kriege ich sie auch schon vorher abgemurkst, wenn ich herausfinde, wie das geht. Ob Sie vorher, nachher oder gar nicht Ihre Bookmarks aktualisieren, ist mir wie immer egal. Es zieht sich durch die Jahre, dass ich nicht in hemmungsloser Überschätzung der eigenen Wichtigkeit überbordende Lesermassen zum eitlen Vollsuppen suche, sondern jede Meute, Gruppen und die damit einhergehenden Schubladisierungen ernsthaft meide. Ich mag Ihnen nix verkaufen, keine Meinung, keine Haltung, keine Agenda, keine räudigen Produktspenden, keine Gewinnspiele, nicht mal ein verschissenes Buch „Best of Blogscheiße“ oder „The Incredible Narrativ of Kiezhausen“, in dem dann der gleiche Buchstabenmüll wie hier im Blog steht, nur eben für Geld. Nix. Es täte mich schütteln. Ich muss den ganzen verdammten Tag schon gewerbsmäßig Müll verkaufen und wäre am Ende dieses Tages ein Klammerbeutelhonk, betriebe ich das bucklige Verkaufsgewerbe dann immer noch. Kein Bock drauf. Ehrlich kein Bock.

Warum nicht, Digger?

Kein Plan. Ich mag halt nicht. War immer schon so. Lieber zehn Leute als tausend. Lieber für lau als für Geld. Lieber unzugehörig als Gruppengleichschritt. Ich kann nie anders. Finden zu viele Leute etwas gut, finde ich es automatisch hässlich. Und wird etwas zu groß, wird es mir zu eng. Und der Fluchtreflex unbeherrschbar.

Denken Sie also weiterhin was Sie wollen. Meinen Sie was Sie wollen. Wählen Sie was Sie wollen. Kaufen Sie auch was Sie wollen. Oder was Sie nicht wollen. Oder sich gegenseitig. Oder nichts. Mir egal. Ich will hier wirklich gar nix und ganz sicher auch kein Geld. Wollen Sie Ihr Geld loswerden, kippen Sie es bitte einem Bedürftigen in den Becher, damit der sich dafür ein Bier oder zwei kaufen kann, was um Welten besser ist, als es einem der unzähligen würdelosen Bettelblogger oder gar einem dieser eiskalten seelenhässlichen Influencer aus dem filzigen Internet in den nie voll werdenden Gierschlund zu stecken.

Also bis die Tage und tschö mit möh. Wenn Sie an dieser Stelle verloren gehen, wünsche ich alles Gute, bleiben Sie – bargh – gesund. Wenn Sie hier kleben bleiben wie ein korrupter Minister auf seinem fettfeisten Furzsessel, auch gut. Haben Sie Freude. Frieden. Bestätigung. Oder Trauer. Wut. Hass. Entsetzen. Oder einfach auch mal nichts. Egal.


Es