Hirnsudelei 02/21

Lebe immer so wie die Grünen es verbieten wollen.

Volksweise


Der Februar brachte Kurioses von meiner Kalorienapp:

Gnihi.

Rätselhaftes Bluetooth diesen Monat: Zwei dicke Altbauwände sind kein Problem für das Musikgedudel vom Smartphone zum Kopfhörer, eine dicke Lammlederfellwinterjacke ist hingegen ein schwer überwindbares Hindernis mit zu Musikwurst zerhacktem Depeche Mode beim Einkaufen. Technik. Versteh ick nich. Wahrscheinlich von Veganern programmiert. Um mich zu gängeln.

Berliner Fetischistenparade. Jemand hat meine dreckigen Winterstiefel aus dem Treppenhaus geklaut. Ich lass‘ die da immer stehen, weil ich keinen Bock auf getauten Schnee und Split in meiner Bude habe. Das war nie ein Problem, jetzt schon. Die Botten waren so dreckig und verkeimt, dass die nur ein Fetischist geklaut haben kann. Der sitzt jetzt bestimmt in seiner Bude und schnüffelt dran. Yum Yum. Sie können in Berlin wirklich nix irgendwo rumliegen lassen. Nix.

Wintercontent gekoppelt mit Irrenhausparade, denn ich habe was gelernt: In Berlin freundliche Warnhinweise zu geben ist jetzt Nazi. „Seien Sie vorsichtig, da vorne an der Auffahrt zum Parkplatz ist es sehr glatt“ sage ich dummerweise zu einer fremden Frau, nachdem ich an der Stelle selber fast auf die Fresse gefallen bin. Sozial adäquat war dieser Hinweis nicht, denn die Frau bedankte sich nicht, sondern glotzte mich übel wortlos augenfunkelnd an, als hätte ich ihr gerade vorgeschlagen, mich doch bitte über die Parkplatzschranke gebeugt mit einem Umschnalldildo zu penetrieren. Kurz war ich irritiert, was an meinem Hinweis jetzt falsch oder gar übergriffig gewesen sein könnte, dann fiel es mir ein: Mansplaining! Ja klar! Die Kopfgeburt aus dem Internet. Ich habe geplaint! Als Mann! Der Frau jede Möglichkeit genommen, ihre eigenen Erfahrungen mit dem Glatteis zu machen. Bin ich Hirnkomahonk denn des Wahnsinns?

Sie fiel leider nicht hin, sondern rutschte zwar aus, konnte sich aber armewedelnd fangen. Knapp. Es wäre mir ein innerlicher Bezirksparteitag gewesen.

Pro-Tipp: Die miesesten vom Schnee schlecht bis sogar komplett ungeräumten Gehwege finden Sie vor Berliner Schulen, Ämtern und den Butzen der staatlichen Wohnungsbaugesellschaften. Weil Berlin auch im Winter Berlin ist. Große Fresse, millionentausend Regeln für seine Bewohner, an die sich die Verwaltung selber aber nicht hält. Meine Schlumpfstadt. Im Sommer wie im Winter. Egal unter welcher Regierung: Berlin kann nix. Wirklich nix.

Doch kaum nimmt der frühlingeske Restwinter mit Wärme und wolkenloser Sonne die menschliche Wohlfühlhürde, gehorcht Prenzlauer Berg nicht mehr. Der Kiez voller Leute. Trauben. Knäuel. Knödel. Lachen. Musik. Eis in Händen. Kaum mehr weiße Entenschnäbel auf den Hackfressen und Abstände sind von vorgestern. Da muss das schiefe Panikorchester unbedingt wieder ein paar Oktaven schriller werden, sonst kippt das jetzt vollends ins Laissez-faire. Und Laissez-faire ist voll Boomer. Weg damit.

Ich für meinen Teil finde diesen schönen Februarfrühsommer mit knapp 20 Grad zum Thälmannparkfläzen geil:

Introvertiertenbingo. Bei der coronaseparierten Zeugnisausgabe an unserer überforderten Grundschule sah ich von weitem schon den Stolze-Prenzlauer-Berg-Elternpulk vor dem Pausenhoftor rumgeiern und hielt mich suizidalmusikhörend eine Kreuzung abseits, vor allem weil wir Eltern den Kindern so kurz vor der Pubertät inzwischen am peinlichsten von allen Dingen ihres Lebens sind, was die Geiereltern aber entweder nicht verstehen oder verdrängen und ihre Kinder immer noch behandeln als wären die fünf. Mich versteht eine der Mütter auch mal wieder nicht: „Stellen Sie sich doch zu uns. Sie stehen so alleine.“ „Danke, passt schon.“ Ich. Worauf sie komisch lugt und den (ja, räume ich ein, aber ist mir egal) Affront in der Gruppe sichtlich breit tritt. Bald vorbei ist es. Bald vorbei. Gymnasium ahoi.

Gimme Lockdownprobleme plz: Gran Turismo, meine Hauptbeschäftigung momentan, leidet an Realismusschwäche. Ich fahre mit dem Ford GT in Suzuka über die Runden absolut perfekt, nehme jede Kurve mit Bravour, bin schnell wie Hulle und das komplette Feld klebt mir trotzdem hinten am Arsch. Beim ersten Fahrfehler allerdings werde ich sofort nach hinten auf Platz 9 durchgereicht und kann das Rennen quasi knicken. Kriege nix mehr aufgeholt. Wegen eines Fehlers. Ärsche. Nervt. Lame.

Mehr Lockdownprobleme: Ich habe einen lustigen kleinen Hörsturz erlitten. Und ich weiß gar nicht wovon. Ich sitze in allem reduziert nahezu tatenlos zuhause rum und regele die wenige Arbeit, die mein erbärmlicher Arbeitgeber noch hat, über die Internetleitung. Der Arzt sagt, dass das mal wieder psychische Ursachen hat (war ja klar). Er vermutet, dass der Körper die erzwungene Reduzierung der über viele Jahre schon laufenden Hochtourigkeit – Überstunden, Wochenenden, 10, 12, selten 14 Stundentouren jeden Tag – auf die aktuelle minimale Reizlosigkeit nicht vertragen hat und jetzt kurz mal anteast, was er davon hält. Nämlich nix.

Wie mir scheint es einigen zu gehen. Der Doc sagt, er hat Hörstürze in einer Anzahl wie nie. Eine Lockdownauswirkung. Sagt er. Wie die Psychoknacksdiagnosen, die wohl auch in die Höhe schießen. Ich glaube, einen Therapieplatz zu finden, können Sie knicken momentan und meinen kriegen Sie nicht. Den brauch‘ ich.

Jetzt lässt er mich Cortison fressen, der Arzt. Corti-fucking-son. Wehe, wenn ich davon so ein grässliches Mondgesicht bekomme. Dann schmeiß‘ ich Zyankali hinterher.

Ich hasse das, wenn der Körper nicht will wie ich will. Ich praktiziere immer schon eine kranke Art von phasenhaftem Perfektionismus, der natürlich nicht dauerhaft gut geht. Ich optimiere alles bis ins Absurde, so lange, bis etwas, eine kleine Sache vielleicht nur, nicht klappt. Und wenn das passiert, etwas nicht so klappt wie ich das vorhabe, richte ich das Werk – welches auch immer – nicht weniger phasenhaft zugrunde, um mich wieder möglichst optimiert neu aufzurichten. Um dann beim ersten Fehler wieder alles platt zu machen. Natürlich ist das pathologisch. Vollkommen irre. Müssen Sie auch wieder nicht verstehen. Normal ist anderswo. Und es findet seinen Grund vermutlich wie gewohnt im üblichen verkorksten frühkindlichen Scheißdreck. Irgendeine Psychokiste wird da passiert sein, was ich nicht mehr weiß, aber die trotzdem Auswirkungen auf mein ganzes Leben hat. Solche Hypotheken kriegen Sie mit keiner Therapie der Welt raus. Zumindest keine, die ich nicht schon probiert habe.

Und so reißt mich so ein harmloser Hörsturz seit Tagen in einen instabilen wechselbadigen Strudel, der mich darüber nachdenken lässt, wie es sein wird, wenn irgendwann viel mehr als dieser kleine Ohrmist nicht funktionieren wird. Was ich dann womöglich nicht mehr repariert bekomme. Ich habe Zweifel, ob ich bis dahin gelernt haben werde, mit der eigenen Unzulänglichkeit so umzugehen, wie das jeder normale Mensch kann.

Psycho.

Muss mir keiner sagen.

Auch das weiß ich selbst.

Die Coronaentscheidungen der hilflosen Schülertheaterhampler aus dem trauerspielig vor sich regierenden Berlin-Tiergarten werden auch immer skurriler: Ich kann jetzt Blumen kaufen, wenn ich vorher vor dem Laden stehend bei dem Laden anrufe, diese Blumen bestelle und sie dann gleich abhole. Und in Berlin muss der Beifahrer im Auto eine Maske tragen. Der Fahrer aber nicht. Und wenn Fahrer und Beifahrer tauschen, muss der andere eine Maske tragen. Und der eine kann sie absetzen. Dingelingeling. Blep Blep Blep. Begraben Sie bitte mein Hirn an der Biegung des Flusses. Diese Logik hat mir einen Kurzschluss fabriziert.

Ich komme mir an manchen Tagen, an denen ich die Kompetenzvortäuscher sich wichtig machen und immer neue widersinnige Regeln gebären sehe, vor wie bei der Trumanshow. Irgendwann kommt der Tag, da will ich aus dem Haus rüber zum Dönermann gehen und dann stehen da Kameraleute und ein Typ mit Fellmikro und der sagt: „Zimmermann! Sie haben es geschafft. Ein Jahr Psychoexperiment. Kucken Sie. War alles nicht echt. Alles Fassade! Hier ist nix echt! Ihr ganzes Leben! Eine Inszenierung! Eine Frage, die uns alle bewegt: Sie haben nichts gemerkt? Überhaupt nichts? Das war doch alles so unfassbar absurd, immer eine Schraubendrehung mehr verrückt als noch in der Woche zuvor, wir haben uns wirklich jede Mühe gegeben, vollkommen bescheuerte und sich auch noch jedes Mal widersprechende Regeln in 16 verschiedenen Bundesländern aufzustellen und Sie haben wirklich nichts gemerkt? Gar nichts? Also wirklich nichts?“ Und dann werden die Zuschauer lachen, ich bekomme einen Geschenkekorb überreicht und der Abspann folgt, über den Ruth Moschner wie ein Maschinengewehr über die nächste Staffel plappert: Einen Typen, den sie ein Jahr dabei gefilmt haben, wie er immer mehr von Maschinen gegängelt wird. Auto. Waschmaschine. Fernseher. Toaster. Die alle wie verrückt piepsen, wenn er sich falsch verhält. Wie lange wird er es mitmachen? Wie lange hält er durch? Wird er so blöd sein wie der Zimmermann und ein Jahr lang nicht merken, dass er komplett verarscht wird? Schalten Sie ein und finden Sie’s raus. Ab morgen exklusiv nur bei TV Now.

Coronainsolvenzen? Ja wo soll ich anfangen? Bei Pimkie vielleicht. Was mich wehmütig macht. Nicht wegen der Klamotten, die sind mir egal. Nein, die Kleinemädchenkette habe ich 2011 noch mit einem launigen Text verspottet, nachdem ich anderthalb Stunden auf deren Scheißsofa saß, um darauf zu warten, dass eine Frau fertig wird mit dem Kaufen von nutzlosem Scheißdreck. Pleite. Bye bye.

Auch der kleine Bastelladen von meinem Kind ist coronapleite. There are my memories going down the drain. Gerade jetzt, als ich das Kind so weit hatte, dort selbst zum Basteleinkauf hinzugehen, statt mich immer mitzuschleifen. Wir bestellen jetzt den Bastelkram bei Amazon. Die freuen sich da in Übersee, ebenso wie der freundliche ausgebeutete albanische Paketknecht, der mit 20 schon nach Burnout riecht wie bei uns im Borgwürfel die alten Säcke ab 40. Glückwunsch. Weise Wirtschaftslenker treffen weise Entscheidungen, die ich aus meiner Froschperspektive natürlich nicht in Frage stellen kann. Was weiß ich schon.

Und es wird eng. Ich sehe mehr packpapierbewehrte Schaufenster in den Gewerbeobjekten jetzt auch auf der Schönhauser Allee – bis letztes Jahr undenkbar. Und die Gastronomie, bei der ich momentan zu essen hole, hat zu einem überwiegenden Teil nach wie vor nichts von der vollmundig angekündigten Unterstützung erhalten. Wir haben Ende Februar. Und er nannte es Novemberhilfe. Der Staat. Große Fresse. Dicke Knute. Und keine Empathie. Hauptsache die Besoldung kommt peinlichst pünktlich.

Regelrecht fertig macht mich kreuzsentimentalen Hypersensiblen der Anblick der Besitzerin und des Kochs des besten Pastarestaurants von Prenzlauer Berg, wenn die beiden alleine im verwaisten Laden an einem Tisch sitzen und auf Kundschaft warten, die außer mir nicht kommt. Oder zu selten kommt. Jedenfalls nicht kostendeckend kommt. Mich macht das kaputt. Wasser. Bau. Ich.

Die Berliner Zeitung, das einzige noch lesbare Hauptstadtnachrichtenportal (weil es mich nicht mit Gendersonderzeichen nervt) ist so freundlich und macht eine Serie draus. Aus den Pleiten. Mit Landkarte. Mikoto in der Pappelallee, Rice Queen in der Danziger. Die Weinbar in der Dunkerstraße. Prenzlauer Berg dünnt jetzt aus. There is blood.

Ach komm‘, Django, nicht immer so düster, mach‘ mal was Positives. Bitte sehr: Hello bitches, es geht aufwärts. Jemand hat eine Seite gestartet, die Gründe für das Weiterleben sammelt. Ist das nicht megapositiv? Yay, knorke, schauen Sie mal, man kann sogar selber was Konstruktives beitragen:

Kidding.

Not.

Frage in dem Zusammenhang: Kennen Sie Ada? Die Gesundheitsapp? Kucken Sie mal, sie sorgt sich:

Ich habe in drei Monaten von 4 auf 6 von 10 Personen gelevelt. Soll noch einer sagen, hier ginge nix voran. Rockin‘. Vielleicht komme ich bis April noch auf 8. Bin sehr aufgeregt, weil gespannt, was bei 10 passieren wird.

Egal, das machen wir wie immer. Wir packen das weg, schließen alles ein und machen weiter. Hilft ja nix. Fresse halten. Glotze anmachen. Dumm werden. Und beiß‘ mir in den Arsch, ich habe was bei der ARD geschaut. ARD! Icke. Na klar, wenn die mir schon den Fuffi im Quartal für Tom Buhrows Pension aus dem Arsch saugen, dann kann ich mir nach 20 Jahren auch mal wieder was anschauen. Was ich geschaut habe, ist egal, denn es war Grütze. Divers, aware, megakorrekt. Bleiern. Wie alles von denen. Und natürlich jetzt auch superwoke, kucke:

Lahm. Lahmer. Rundfunk. Wann hat denn das mit den ständigen Triggerwarnungen und den debilen Awarenesshinweisen angefangen? Kam ganz plötzlich und jetzt ist alles voll davon. Nutzlos wie der Arztapothekerhinweis nach der Medikamentenwerbung. Nervt. Kann jetzt gerne wieder 20 Jahre dauern, bis ich was von denen glotze.

Zurück zu mir selbst. Ja. Ich weiß. Sich selbst verlinken ist tendenziell lame, weird, freakkindartig, aber mir egal. Ich bin auf einen ganz alten Text von mir gestoßen, der mir die letzten krassen rasanten 12 Jahre noch einmal vor Augen führte, eat this:

Rammstein in Prag

Das war eine der letzten heftigen Jungbullentouren, die ich damals mit den Jungs unternahm, bevor die Verantwortung daherkam und ich nicht stiften ging, sondern endlich erwachsen wurde. 2009. Drei Tage Prag. Bier. Schnaps. Koks. Vier krasse Jungs, eine krasse Frau. Ein paar Monate später stand ich das erste Mal am Wickeltisch, habe Brei gekocht, den Kinderwagen durch den mütterverseuchten Scheißbezirk geschoben, im Kindercafé zwischen den ganzen Eiapopeiapapablogspacken gesessen und habe wie sie alle milchigen Kaffee statt des guten alten Biers getrunken, stand später vor der Kita, habe über den Zaun gewunken, die Räume der Kita gemalert, in der Kita gebastelt, habe mich im öffentlichen Raum von vollkommen fremden Müttern und Ommas demütigen lassen, habe unter den vielen beschissenen Schulen eine ausgesucht, bin später vor dieser Schule gestanden, habe wieder gewunken, habe bei Hausaufgaben mitgemacht, die ich zu oft nicht verstanden habe, Lotti Karotti gespielt, Uno, fucking Mensch ärgere dich nicht (und ich ärgere mich immer), zuletzt nun das erste Smartphone gekauft, die ersten Messenger installiert, ohne die so ein Kind selbst am Ende der Grundschule von den so elementaren Schülerkommunikationswegen abgeschnitten wäre, begleitendes Medientraining gemacht, was das Kind nicht interessiert, und sehe nun zu, wie es sein eigenes Ding dreht, sich loslöst, merke, wie die Verantwortung weniger wird, ich mich zurücknehme und zurückfalle in meine alten Muster, wenn das Kind nicht da ist und ich kein Vorbild sein muss.

Und dann lese ich so ein Ding von 2009 und durchlebe noch einmal kurz, wie das alles anfing damals. Vater werden. Der krasse Einschnitt in allem. Sich zusammennehmen. Eine ganz andere Rolle spielen. Jemanden leiten, der zu mir aufschaut und den berechtigten Anspruch hat, dass ich ihn nicht enttäusche. Und jetzt sind wir hier. Das Kind ist so groß geworden. Und ich bin mit dem Kind gewachsen. Alles fließt. Vor allem diese ganzen verrückten Jahre.

Weg von meinen Befindlichkeiten, die nicht mal mich selbst außerhalb dieses ziellosen Gesudels dauerhaft interessieren. Hier. Lesezeichen. Schauen Sie doch mal woanders:

Über den Ungehorsam

Ich stehe Gunnar Kaiser vorsichtig distanziert gegenüber, zu sehr stößt mich die guruhafte Euphorie ab, die sein Heer an Followern bis hinein in meinen Bekanntenkreis erfasst hat, und sein schlecht verhohlener Kommerz, das Versilbern des Moments der Welle, auf der er getragen wird. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch Beiträge gibt, die mich überzeugen. Das hier ist einer. Der mich berührte. Ich habe selbst lange gebraucht, ganz persönliche Autoritäten erst zu hinterfragen, um mich dann von ihnen abzusetzen. Meine scheiß Mutter. Mobbende Pseudofreunde. Dummfreche Partnerinnen. Und Partner auch. Übergriffige Nachbarn, die mit der Hausverwaltung drohen. Am Ende Internetheinis, die sich wegen ihrer vielen Follower für Autoritäten halten. Ja danke. Ein gutes Video, gerne gesehen und alles bejaht.

Jeder vierte junge Deutsche offen für Sex mit KI

Vollstes Verständnis. Ich frage mich nur, warum das so wenige sind, denn es hat nur Vorteile: Auf alle möglichen Vorlieben abgestimmte Triebabfuhr. On demand. Ohne Nervereien. Ohne Intrigen. Ohne Vorwürfe. Ohne Krankheiten. Vermutlich erheblich billiger als dieser ganze teure Datingscheiß. Und vor allem keinen unverlangten Nachwuchs. Perfekt. Wenn sich das durchsetzt, werden wir natürlich aussterben, aber das muss nicht schlecht sein.

Entfernt dazu im Kontext: Alltäglicher Sex wird strafbar

Nochmal: Das geht okay für mich. Wenn Sie bisexuell sind, haben Sie im Moment noch den Vorteil, sich an Männer halten zu können. Meistens (nicht immer, bewahre) ist das unkomplizierter, kostengünstiger und auf jeden Fall nervenschonender. Ich mache das seit einigen Jahren so und fahre ausgezeichnet damit. Ohne Witz käme ich aber auch gut damit klar, wenn das Ganze irgendwann nur noch maschinell vor sich ginge. Und das wird auch kommen. Und spätestens dann gibt es keinerlei Vorteil mehr, jemanden, unerheblich ob Mann oder Frau, aufwändig zu daten, es sei denn natürlich, Sie wollen sich fortpflanzen, wobei das dann bestimmt auch irgendwie synthetisch geht. Und ich finde das gut. Für jemanden wie mich wäre das voraussichtlich gut tragbar. Hauptsache nichts mit Menschen.

Heribert Prantl: „Ich hoffe, dass die Gesellschaft aufwacht“

Wow. Was ist da los? Den echten alten Journalismus gibt es noch. Ist aber ganz alte Schule, was der da macht, meine Güte.

Dazu:

Finger am Abzug

Mehr:

Die Schamanen der Angst und der Pragmatismus

„Und nun? Beerdigt die Toten und sorgt für die Lebenden.“

Endzeit Helau!

Der O. Spät zu einem meiner Lieblingsblogger geworden. Und in der Dystopie ist er am besten.

Der Nordkurier erscheint weiter ohne Haltungs-Disclaimer

Meine Güte, endlich bleibt mal jemand stehen. Knickt nicht ein. Ich kann dieses erbärmliche Im-Staub-kriechen und Sich-selbst-geißeln vor dem irrelevanten Twittermob nicht mehr sehen. Jeden Tag treiben sie einen durch die Spießrutengasse, bis der zu Boden geht. Meinen Borgwürfel haben sie auch schon durch. Vor ein paar Jahren wegen einer nutzlosen Plakatwerbung gegrillt. Auch der ging öffentlichkeitswirksam zu Boden und ich schämte mich fremd dafür. Deswegen ja: Endlich bleibt mal jemand stehen.

In den USA scheinen sie die Kanzelschraube noch weiter gedreht zu haben: Gina Carano. Krasse Zeiten für Scherze. Und für abweichende Meinungen sowieso.

Ziegenjournalismus (7): Meinungsfreiheit

Diese Rubrik schätze ich sehr. Sie ist so … so … wie soll ich sagen … oppositionell.

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern

Moraltheologisches Spektakel. Ein Gesinnungszirkus. Und das inzwischen mehrmals wöchentlich. Und sie drehen das immer weiter. Wo führt das hin?

Being a misfit: Ich wollte nur dazu gehören

Wenn ich das lese, lese ich wie in mir selbst privat vor ein paar Jahren und beruflich heute noch. Intensiv. Entfremdung halt.

Kurzfilm: Pandiculation

Auch ich. Drei Mal die Woche.

Punkschwein Lars

Jaaaa! Geilo! Punkschwein! Lars! Ich feiere das.

Fräulein Wunderbar

Glummi strahlt.

Der schönste Link des Monats kommt hier: Ein Whirlpool für die Klöten. Das ist großartig. Ich möchte das haben.

Das schönste Video des Jahres kommt von dem Macher von Whisky.de und ist ein herrlich arrogantes Fläzvideo aus dem Teneriffaurlaub mitten in der Einschlusskrise. Großartig. Ein Fickfinger in Menschengestalt auf einer Poolliege. Erfrischend wie derzeit wenig sonst. (via)

Und das schönste Zitat des Jahrzehnts kommt tatsächlich von Sarah Wagenknecht. Doch. Schwöre. Kann man die Frau wählen irgendwo? Allein für dieses Zitat würde ich nach all den Jahren Nichtwählerschlumpferei ehrlich wieder wählen gehen.

Hier, eine schöne fiktive Geschichte:

Filmidee: Ein Flugzeug voller linksliberaler Aktivisten stürzt auf dem Weg zu einem internationalen Kongress ab. Ein verrückter Wissenschaftler, der zufällig neben der Absturzstelle lebt, baut in seinem Labor aus den Leichenteilen ein Monster und erweckt es zum Leben. Das Monster kritisiert ihn in einem fort, fordert ihn auf, seine Privilegien zu checken und will ihn zum Gendern zwingen. Entnervt wirft er das Monster raus, das sich auf den Weg ins benachbarte Dorf macht und dort den Einwohnern so lange auf den Zeiger geht, bis sie es mit Fackeln und Mistgabeln davon jagen. Dass Monster flüchtet zurück ins Schloss, die Dörfler zünden das Schloss an, Wissenschaftler und Monster kommen um und die Dorfbewohner feiern ihren Sieg. Arbeitstitel: „Wokenstein“.

Oh kucke. Der freundliche Nachbar hat die Blogroll wieder eingeführt, von der er mir vor ein paar Jahren noch erzählte, dass sie überflüssig und sogar schädlich sei, was ich mit etwas Verspätung einsah und exakt deshalb beim letzten Relaunch keine mehr anbrachte. Jetzt eine Volte. Altersbedingt wohl, wenn ich das richtig lese. Bei mir bleibt’s dabei. Ich mag Blogrolls nicht mehr. Aus den Gründen, die er damals anführte. Rudelbildung. Blasenbildung. Kontaktschuld. Dumme Schubladen. Nervereien von Leuten, die zu nahe kommen. Dann lieber ab und zu verlinken. Als Anerkennung. Das kann man dann geräuschlos einfach sein lassen, wenn es nicht mehr passt. Ohne dass es Nervereitheater gibt.

Kommen wir zu den größtmöglichen Nervensägen des Internets: Ich kann gar nicht adäquat ausdrücken, wie ich diese ständigen Idiotencompilations hasse, die von irgendwelchen Putzerfischerleuten zusammengeklebt werden, um mit fremden Federn Werbe- und Patreongeld zu verdienen. Nochmal: Mit Kunststückchen, Arbeit, Leistung, die andere vollbracht haben. Was mir Leute seit einer Weile jetzt monatlich auch in den Messenger weiterscheißen. Win-Compilation Februar 2021. März. April. November. Schnarch. Ehrlich, offen: Dieses Klauen, Zusammenfügen und dann gegen Cash verkaufen ist ganz unterste Schiene, das Letzte vom Letzten. Ich weiß nicht, wie nennt man diese kleinen Tierchen, die sich in die Haut graben, um das Blut von Säugetieren zu saugen? Das ist so ein ganz cooler Name, so schön böse wie passend, ich komm‘ nicht drauf, ehrlich nicht.

Apropos Messenger. Letzten Monat habe ich einen Telegramkanal namens Fuck you gegründet und aus Gag in der idiotischen Monatsrückblende verlinkt. Der Kanal hatte am zweiten Tag schon 29 Abonnentende:

Eine Frage: Warum? Was haben Sie da erwartet außer Scheißdreck in Form eines furzenden Spidermans? Glückskekssprüche gepaart mit Spendenbettelei wie sonst überall?

Und gestatten Sie mir einen freundlichen Hinweis, da Sie sich offenbar gerne wahllos bei irgendwelchen obskuren Telegramkanälen einschreiben: Ich konnte, bevor ich den sinnlosen Popanz gelöscht habe, von den meisten von Ihnen das Profil sehen. Ja, alles. Samt aller Profilbilder, die Sie jemals hochgeladen haben. Und da waren einige sehr private Dinger dabei (ja, cheers, freundlich in die Kamera lugende Kinder haben Sie da, aber wollen Sie wirklich, dass ich die sehe? Sie kennen mich doch noch nicht mal).

Vermutlich wissen Sie nicht, dass jeder popelige Admin bei Telegram in Ihr scheunentoroffenes Profil reinsehen kann, wenn sie es nicht abschließen. Und es sind alle Bilder sichtbar, die Sie da so ausufernd vor sich hin sammeln. Bitte: Checken Sie Ihre Privatsphäreeinstellungen und räumen besser noch Ihre Profilbildersammlung auf, wenn Sie nicht wollen, dass jeder Hirnschrat Ihren Privatkram sehen und screenshotten kann. (nein, ich habe nichts von Ihnen gespeichert, was soll ich mit dem Pixelmüll?)

Nochmal Telegram. Dem Argo Nerd, einem der wenigen folgenswerten Twitter-User in dieser digitalen Mobbingkloake, dessen Output so genial ist, dass man eine Straße nach ihm benennen sollte, kann ich jetzt auch via Telegram folgen. Guter Mann, eine Freude, ein Kerl wie ein weit offenes Fenster voller frischer Luft. Er hat dort bei Telegram nicht ganz so viele Follower wie bei Twitter, aber je mehr Twitter netzwerkdurchsetzungsmäßig alles weglöscht, was nicht der noch erlaubten Stromlinie entspricht, kann sich das auch irgendwann ändern.

Sportcontent. Laufsport bei Minus Zweistellig ist gar nicht schlimm wie gedacht. Der Torso wird nach zwei Kilometern warm, Beine sind gar kein Problem. Die Finger brauchen bis Kilometer sechs, dann schaltet der Körper sie bei der Versorgung mit warmem Blut zu, wenn alles andere versorgt ist. Bis dahin zecken die zarten Fingerchen vor sich hin, aber das ist für mich okay. Ich kann die Schmerzen des Körpers meistens sehr gut von mir selbst separieren. So eine Jugend voller ständiger psychischer Gewalt hat auch Vorteile. Ich bin vergleichsweise schmerzunempfindlich. Körperlich und seelisch. Wo andere abkacken, schaue ich noch einmal extra hin in die Wunde, in der schon ein Stück Knochen zu sehen ist. Einfach um mich noch ein bisschen mehr abzuhärten. Das klappt bis zu einem Punkt, an dem dann auch ich aussteige, sehr gut. Das wird mir irgendwann im Alter, wenn es ans abkratzen geht, mal helfen. Wenn die Schmerzen losgehen. Die Funktionen erlöschen. Alles irgendwie so blöd kaputt geht. Möglicherweise kriege ich das doch ganz gut hin mit dem Abnippeln. Oder nicht. Werden wir sehen.

Na? Zu deep? Seichter? Gerne. Hier die Produktempfehlung des Monats aus Überzeugung, ich bekomme kein Geld und auch keinen Gratiskaffee dafür: Ich habe die letzten Jahre einige dieser ganzen neuen freshen kleinen Kaffeeröstereien von Kreuzberg bis Steglitz und alle in Prenzlauer Berg durchprobiert. Den besten Kaffee hat Friedl in der Pappelallee. Hier in Prenzlauer Berg. Ja, wir haben gute Sachen. (Ha, Triggerwarnung: Sie werden gnadenlos geduzt, auch wenn Sie das Personal siezen. Da sind sie sehr konsequent dort.)

Na? Bock auf Musik? Hier das neue Lieblingslied von meinem Kind. Hammer, nech? Wo bleibt endlich die Pubertät, die mir versprochen wurde?

Besser bessere Musik. Heute deutscher Hiphop in gut: AzudemSK. Wieder ein doofer Name, es ist also einer, der auf keinen Fall einen Durchbruch haben will (und das mag ich dann auch sofort wieder), aber sehr schöne Beats. Astreiner Flow. Macht mir große Freude. Nur die A Capella-Dinger sind nix für mich, ich brauche Beat. Für die Nachbarn.)

Dann haben sie es wieder getan. Annenmaykantereit. Ein neues Album. Sie dürfen jetzt gerne lachen, aber ich springe drauf an. Stimme. Texte. Die Typen. Und hey wirklich, ich hasse diese fuck the fucking Deutschpoetenluschen. Hier der Hieb, der mich an der empindlichsten Stelle trifft: Das Gefühl. Einfach für mich ein großer Track. Für mich. Diese Band drückt bei mir oft die genau richtigen Knöpfe. Muss Ihnen natürlich nicht gefallen. Mir aber.

Einen schönen Output hat KОМВУИАТ ЯОВОТЯОИ. Starke Musik. Geht auch bei mir direkt rein in die Rezeptoren. Danke an den anderen freundlichen Nachbarn für diesen grandiosen Tipp zu dieser gewaltig guten Musik. Er wettert ja gerne bei allen möglichen Gelegenheiten gegen das Kiffen, dabei ist die Kombination aus verdampftem Gras und dieser Musik eine ideale. (aber das wird er niemals erfahren)

Verbunden sein wird diese Kombo wohl auf ewig mit meinem Trip nach Sottrum letztes Jahr. Sommer. Feldwege. Raps. Weite. Der Rausch.

Zuletzt hat mich ein chronisch musikgeschmackloser Kumpel so lange genervt, bis ich mir endlich die Neue von den Ärzten angehört habe. Und die ist wie immer: Peinliche Punkpensionäre untermalen ihre Schüttelreimkinderlieder, für die sie schon vor 20 Jahren zu alt waren, mit E-Gitarren. Zum Ritzen nervig. Pissiger als K-Pop. Erbärmlich, wenn Leute nicht in Würde altern. Habe den Hausarzt gefragt, ob es endlich eine Impfung gegen neue Ärztealben gibt. Leider nein.

Netflix. Ich schaue gerade 24 und bin bei der Hälfte der absurden neun Staffeln. Ich kann folgendes zu Protokoll geben: Die CTU ist ein Haufen Verkacker mit einem SEK, das immer zu spät kommt und Jack Bauer ist kein Held, sondern ein hochkrimineller Folterknecht, der vor Gericht und danach lebenslang in den Knast gehört. Aber unterhaltsam ist es, wenn auch plotmäßig völlig daneben. Und zwar jede Staffel.

Ein größerer Netflixscheißdreck ist jedoch der Bushido-Film Zeiten ändern dich. Abgesehen von dem schlechten Wortspiel im Titel kommt mir das vor wie ein Tempelhofer Förderschulfilmprojekt. Hölzerne Offstimme vom Rapper himself, platteste Glorifizierung mit Pappkameradencharakteren und dann diese Dialoge von Bushido und Fler, bei denen ich meine Hirnzellen im Halbsekundentakt einzeln sterben spüre. Ganz schlimm. Ich bin ein großer Freund des Hip Hop, auch des deutschen auf jeden Fall, und auch Bushido hat ein paar wirkliche Bretter fabriziert, die heute noch in meiner Playlist sind, aber dieser Film geht gar nicht. Ich glaube, das Ding wurde in der Hochphase der Integrationsbambizeit produziert, als sie noch dachten, Bushido würde den wohlfeilen Vorzeigemigranten für ihren roten Teppich spielen, wofür er ihnen den Finger gezeigt hat, weswegen ich ihn heute noch feiere. Egal. Schlimmer Film jedenfalls, für den sie unter der Regie von Bernd Eichinger Hochkaräter wie Elias M’Barek, Moritz Bleibtreu und die große Hannelore Elsner verheizt haben, die alle zusammen leider nichts, wirklich gar nichts retten können. Eine Verschwendung von allem. Talent. Reputation. Belichtungsmaterial. Meine Zeit.

Besser: Netflix hat Jackass 2 im Katalog. Von 2006. Meine Güte, was haben wir die Typen gefeiert damals, wir haben sogar manche der Stunts nachgemacht im Suff. Zwei Idioten in den Einkaufswagen und ab dafür die Tiefgarage runter. Wir haben uns Flyer auf den Arsch getackert. Haben uns in Regentonnen den Friedrichshainer Mont Klamott runtergerollt. Nur so Mist. Sehr geil. Ich habe Jackass geliebt. Jetzt haben sie gerade Jackass 4 abgedreht, wohl leider ohne Bam Margera. Dass die sowas heute überhaupt noch machen dürfen. Dass das noch durchgeht. Ich vermute mal, die Empörungsfritzen werden kurz nach dem Release ausrasten und MTV oder Paramount oder wer auch immer wird wieder wortreich im Staub kriechen und um Vergebung bitten. Deswegen ist heute fast nur noch Blei in den Regalen. Moraltheologie. Diversity. No swearing. Niemand wird diskriminiert. Und kein Tier leidet Schaden. Und wir haben überall dürre Frauen, die durch ganze Serien hindurch reihenweise muskulöse Kerle verkloppen, weil das so empowermentdingens ist. Böh.

Von den Jackasstypen hörste sonst außer vielleicht von Johnny Knoxville, der manchmal in irgendwelchen abseitigen Filmen auftaucht und versucht, seriös zu sein, nix mehr. Bam Margera. Chris Pontius. Ryan Dunn, der sich besoffen vor einen Baum gesetzt und dabei getötet hat. Olle Steve-O. Bis zu Wee Man und Preston Lacy. Nix mehr los. Sendeschluss. Danke für die geile Zeit. Jetzt haben wir ’ne neue und die ist leider nicht so geil. Gut, dass ich mit euch in den Nullerjahren meine heftigen Zwanziger hatte. Genau richtig. Heute kannste mit sowas in dem ganzen toxischen Wohlverhaltensgeflecht nur noch verlieren.

Wie die aussehen heute: Bam Margera bissken speckig. Steve-O sieht aus wie gummigeliftet und Dave England, what the fuck, sieht aus wie ein bräsiger Mallorcatourist. Man sollte keine alten Helden googeln. Sollte man nicht.

Nicht bei Netflix zu sehen, sondern zum Streamen kaufen müssen Sie Kolyma, einen sehr schönen Dokumentarfilm über eine abgelegene Ecke Sibiriens, die so eisig wie wunderschön daherkommt. Habe ich vor ein paar Jahren im nicht minder wunderschönen Kino Krokodil gesehen und jetzt wieder als Stream entdeckt. Lohnt.

Foodcontent. Ich habe Astrids weltbeste Blumenkohlsuppe gekocht. Die illegalen vier Haushalte an dem Tag waren begeistert.

In Sachen Restaurants habe ich shutdownbedingt nur einen Neuzugang: Rolls Asian Street Food in der Prenzlauer Allee. Schöne vietnamesische Banh Mi-Sandwiches mit Schwein oder Tofu (bah…). Das gibt es zum Mitnehmen im Moment nur natürlich, aber das ist ja bei Banh Mi kein Problem. Leider ist das Lokal im Internet nur über das ekelhafte Facebook, das noch ekelhaftere Instagram und das allerekelhafteste Lieferando zu erreichen, deshalb dieser komische Link da oben. Ansonsten nur ein Manko: Scharf ist hier nicht scharf, sondern mau und besteht aus ein paar milden und daher überflüssigen Chiliringen. Aber egal. Schmecken muss das und tut das.

Wenn Sie im nördlichen Prenzlauer Berg oder dem südlichen Pankow wohnen, kann ich Ihnen noch einmal das russische Restaurant Voland empfehlen. Es ist in all den Jahren eines meiner Lieblingsrestaurants geblieben, zuletzt 2015 verbloggt, ein Veteran, der seit den 90ern überlebt und ich hoffe, dass er dies auch weiterhin tut. Legendär das großartige russische Buffet am Donnerstagabend. Legendär natürlich die Wodkakollektion. Im Moment halten sie sich mit dem Straßenverkauf von vorzüglichen alkoholischen russischen Trüffeln und Eierkuchen mit Füllung (Lachs, Hähnchen, Pilzen) aufrecht. Alles natürlich wie gewohnt großartig. Bitte nicht coronapleite gehen.

Ich wollte zwar während Corona keine Restaurants verreißen, aber hier mache ich zwei Ausnahmen. Weil es sein muss. Ich war in Schönholz auf einer dieser durch alle Medien getriebenen illegalen Partys, die gerne von den Bullen aufgelöst werden, aber offenbar immer nur dort, wo ich nicht bin. Schön war’s mal wieder. Zehn Feierbiester. Bitterböse Hygieneregimeignorierer. Leise Musik wegen der Anscheißer. Weniger schön waren die Döner, die wir vom räudigen Bistro Femo um die Ecke gezogen haben. Keksiges, rissiges Brot. Zähes Fleisch. Welkes und zu kaltes Gemüse. Ein ekelhafter Mist, den sie da Döner nennen. Später gab es noch Pizza vom Pizza Coach in der Aroser Allee, das Zeug war locker genauso schlimm, fettig, pappig, billig, also insgesant kulinarisch ein verlorener Abend, aber sozial sehr schön, nette unhysterisierte Leute, die jetzt in ihrer Sorglosigkeit der neue Untergrund sind, guter Suff, gewohnt gute Drogen. Flüsterpartys. Je länger der Einschluss dauert, desto mehr werden sie. Die illegalen Zusammenkünfte abseits der polizeilichen Scheinwerfer. Konspirativ. Vertraulich. Gut geplant. Abenteuerstyle. Wir werden uns noch in 20 Jahren von dieser Zeit erzählen. Schwöre.

Sonst esse ich aus Gründen des Kiezpatriotismus nur bei der Nachbarschaft und die kennen Sie schon:

Alt-Wien

Korean Food Stories

Chez Maurice (wobei die momentan keine warmen Hauptgerichte anbieten, sondern nur saugutes Käse- und Salamizeug zum Abholen.)

Banh Xeo Saigon

… und natürlich Mehas Döner.

Das. War. Der. Fucking. Februar. Endlich. Mehr war auch nicht.