Scheißdreck aus dem Warenregal

Sie sehen hier das überflüssigste Produkt aller Zeiten. Es fügt sich ein in die vielen bescheuerten Männerprodukte, mit denen sie inzwischen die Drogerien überschwemmen, seit sie erkannt haben, dass Männer gar nicht generell stinkend, hässlich und vor sich hin schweißend das öffentliche Gesellschaftsbild verhunzen wie das im Internet immer behauptet wird, sondern tatsächlich sinnvolle Zielgruppe von Kosmetika in vernünftiger und bescheuerter Form sind.

Was habe ich mir von der metrosexuellen Männerscheiße schon alles in den Bart geschmiert – Bartwachs, Bartbalm, Bartgel, Bartschaum, Bartöl, Bartshampoo (der zweitüberflüssigste Scheißdreck der Welt). Jetzt Bartbalsam, wobei es da einen Unterschied zu Bartbalm gibt, der seinerseits daherkommt wie Bartwachs, nur nicht ganz so hart.

Das Zeug hier ist das Letzte. Bartbalsam genannte schiere Überflüssigkeit. Der allerletzte Mist, den ich mir je in den Bart geschmiert habe. Es bleibt in schmierigen dickflüssigen weißen Sprenkeltropfen im Bart kleben und sieht aus wie Wichse, Spermawichse, nicht Schuhwichse, die Sie nur ungenügend mit der Bartbürste aufgelöst bekommen, sondern die sich fies in Fäden im ganzen Bart verteilt.

Ich sehe allen Ernstes aus, als hätte mir jemand in den Bart ejakuliert (was fast so eklig ist wie das Zeug hier, glauben Sie mir).

Es braucht somit mehr Drahtbürsten.

Für Produkte wie dieses.

Haben Sie es geschafft und den Kosmetikunsinn endlich so verteilt, dass ihn keiner mehr sieht, fühlt sich der Bart an, als hätte ich mich mit irgendeiner Mischung aus Öl und Milch direkt aus meinem Maul fließend eingesabbert, nicht fettig, nicht ganz ölig, aber naß, eklig naß, klebrig naß, ja, doch, wie Sabber, es fühlt sich unrichtig an, mit solch einem Bart in die Öffentlichkeit zu gehen, das ist als hätte ich eingepisst und würde trotzdem in die Schönhauser Allee Arcaden gehen, um jedem zu demonstrieren, dass ich tatsächlich so maximal sozial inadäquat bin wie alle immer sagen.

Der einzige Vorteil von dem Müll: Er stinkt nicht. Aber das machen sie bei den meisten Männerprodukten. Kein Duft. Oder höchstens Zedernholz. Mit Aktivkohle. Vom Grill. Huhu. Wegen Männer. Sagte der Produktdesigner bei der Präsentation. Und warf die Buzzwords hinterher. Grill. Rauch. Rasenmäher. Barbecue. Maiskolben mit Butter. Thüringer Bratwurst. Mit Bier abgelöscht. Naturburschen. Kerle eben. Aber gut, zumindest kein Blumenstaubblütenparfümgemocker wie früher. Das überlassen wir Leuten, die gerne nach fieser Blumenchemie mockern, die Sie für Stunden nicht mehr aus der Nase bekommen, wenn einer damit an Ihnen vorbeiläuft. Calvin Kleins Eternity. Joop Homme. Oder gleich Axe Moschus. Bah.

Ich habe jetzt damit begonnen, mir die Arschhaare mit dem Zeug einzuschmieren. Das flutscht dann schön. Dafür ist das gut. Und nur dafür. Außerdem kriege ich so den Mist endlich leer und er kommt weg. Dahin wo er hingehört. Erst in den Arsch. Und dann in den Müll.


Für den Fall, dass Sie an einem Produkttipp interessiert sind: Mein Favorit als Eau ist im Moment ein Fabrikat namens „Russian Leather“ von Molton Brown (mit Dank nach dort). Ungewöhnlich, schön herb, dennoch nicht aufdringlich und deshalb gut. In der Tat ist der erste Gedanke beim Geruchstest: Whisky. Mag ich sehr. Wirklich schön. Und nein, ich jubele Ihnen jetzt keinen affigen Affiliatelink unter, um mir ein paar Cent Provision von Amazon in die gierige Tasche zu stecken, googeln Sie selbst.


In Sachen Konsum oder eher momentanen Nichtkonsums erlauben Sie mir noch, Sie auf die wunderschöne Syltvernichtung des O. aufmerksam zu machen. Groß. Hat mir sehr gefallen.